Der 1980 in Irland geborene Conor Harrington verschmilzt in seinem Werk die Ästhetik der neoklassischen Historienmalerei mit zeitgenössischen Graffiti-Einflüssen. In seinen großformatigen Ölgemälden und Murals stellt er häufig heroische Figuren in Kostümen des 18. Jahrhunderts dar, die durch sich auflösende, abstrakte Räume schweben. Technisch kombiniert er realistische Abbildungen mit lockerer Pinselführung und tropfenden Farben, beeinflusst von Künstlern wie Gerhard Richter und dem Graffiti-Pionier Futura.
Thematisch setzt sich Harrington intensiv mit soziopolitischen Fragen auseinander, insbesondere mit dem Aufstieg und Fall von Imperien sowie der modernen männlichen Identität. Seine opulenten Figuren der Kolonialzeit dienen dabei oft als kritische Entsprechung zur heutigen Führungselite. Harrington ist besonders an der Dynamik zwischen gegensätzlichen Elementen interessiert und schafft durch die Integration von Altem und Neuem eine Brücke zwischen klassischer und zeitgenössischer Kunst. Der räumliche Aufbau seiner Gemälde spielt eine entscheidende Rolle, da historische Momente im Sog des Geschehens zu versinken scheinen. Seine Arbeiten sind weltweit an unzähligen Orten im öffentlichen Raum als Outdoor-Werke zu bewundern.