ZEVS

Christophe Aguirre Schwarz, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Zevs, ist ein Pionier der französischen Street-Art-Szene, der die Grenzen zwischen Graffiti und Konzeptkunst radikal erweitert hat. Seine künstlerische Laufbahn begann bereits im Alter von 12 Jahren in den U-Bahn-Schächten und auf den Zügen von Paris. Seinen Namen wählte er nach einer gefährlichen Begegnung mit einem Regionalzug namens „Zeus“ während einer nächtlichen Sprühaktion. Als fester Bestandteil der frühen Pariser Graffitibewegung der 1990er-Jahre arbeitete er eng mit Künstlern wie André Saraiva und Invader zusammen und ließ sich maßgeblich von der Ausdruckskraft eines Jean-Michel Basquiat inspirieren.

Zevs’ Werk ist geprägt von subversiven Interventionen, die die visuelle Allgegenwart von Marken und Werbung im öffentlichen Raum kritisch hinterfragen. Internationalen Ruhm erlangte er insbesondere durch seine Serie der „Liquidated Logos“. Mit einer Technik, bei der er Farbe kontrolliert über ikonische Markenzeichen wie Chanel, Louis Vuitton oder die olympischen Ringe fließen lässt, erzeugt er einen Effekt der Auflösung. Diese „Liquidationen“ dienen als kraftvoller Kommentar zur Macht globaler Konzerne und deren Einfluss auf die Gesellschaft.

Neben seinen grafischen Arbeiten sorgte Zevs mit spektakulären Aktionen wie dem „Visual Kidnapping“ für Schlagzeilen. 2002 „entführte“ er am Berliner Alexanderplatz das Model eines riesigen Lavazza-Werbeplakats und forderte symbolisch Lösegeld, das schließlich dem Palais de Tokyo in Paris zugutekam. Auch seine „Electric Shadows“, bei denen er die Schattenwürfe von Straßenlaternen oder Parkbänken am Tag nachzeichnet, zeigen sein Talent, die Wahrnehmung des urbanen Raums subtil zu verändern. Zevs bleibt ein „Stadtguerilla“, der die Sprache der Werbung nutzt, um sie gegen sich selbst zu wenden und so den öffentlichen Raum als Ort der freien Reflexion zurückzuerobern.

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