JR

JR, der 1983 in den Vororten von Paris geboren wurde, ist ein französischer Fotograf und Street-Art-Künstler, der für seine monumentalen Schwarz-Weiß-Porträts im öffentlichen Raum weltweit bekannt ist. Seine künstlerische Laufbahn begann bereits im Alter von 14 Jahren als Graffitisprayer unter dem Namen „Face 3“. Ein entscheidender Wendepunkt war der Fund einer vergessenen Kamera in der Pariser U-Bahn mit 17 Jahren. Fortan dokumentierte er die Street-Art-Szene und begann, seine Fotografien großformatig an Außenwände zu plakatieren, womit er sich als sein eigener Kurator etablierte.

JR nutzt diese monumentalen Plakatierungen, auch „Pastings“ genannt, auf Häuserfronten, Zügen, Containerschiffen oder Grenzmauern, um Menschen Sichtbarkeit zu verleihen, deren Rechte oder Würde oft übergangen werden. Mit sozialkritischen Projekten wie „Portrait of a Generation“ (2005) reagierte er auf Unruhen in Pariser Vororten, während er mit „Face 2 Face“ (2007) im Nahostkonflikt Porträts von Israelis und Palästinensern direkt gegenüberstellte. In seiner weltweiten Reihe „Women Are Heroes“ lenkte er die Aufmerksamkeit auf die zentrale Rolle von Frauen in Gesellschaften von Kenia bis Brasilien.

Ein zentraler Pfeiler seines Werks ist die Partizipation. Mit dem 2011 gestarteten globalen Projekt „Inside Out“ schuf er eine Plattform, auf der Menschen weltweit ihre eigenen Porträts einreichen und diese als Zeichen für soziale Anliegen in ihrer eigenen Gemeinschaft plakatieren können. Neben seinen „Giants“-Installationen, die auf riesigen Gerüsten thronen – wie etwa seine beeindruckende Collage am Brandenburger Tor –, ist JR auch im Filmbereich erfolgreich. Sein Dokumentarfilm „Augenblicke“ (Visages Villages) wurde 2018 für einen Oscar nominiert. Seine Arbeiten fordern den Betrachter heraus, soziale Mauern in den Köpfen einzureißen und die Welt durch die Augen anderer zu betrachten.

Werke

Kind