Antony Micallef, geboren 1975, gilt als einer der innovativsten britischen Maler der Gegenwart. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er unter anderem bei John Virtue, was eine direkte Verbindung zur Tradition der London School und Künstlern wie Frank Auerbach herstellt. Micallef feierte Mitte der 2000er-Jahre seinen Durchbruch und hat seinen Stil seither konsequent weiterentwickelt. In seinen jüngeren Arbeiten, wie der Serie „Raw Intent“, setzt er sich intensiv mit der Ausdruckskraft der Ölfarbe auseinander. Seine gestischen Gemälde nutzen das eigene Gesicht als Motiv, fungieren jedoch als tiefgreifende Erkundungen der menschlichen Identität und Emotion.
Der Schaffensprozess von Micallef ist von einer physischen Intensität geprägt, die er oft als gewaltsamen Kampf beschreibt, bei dem Farbe auf die Leinwand geworfen und wieder abgeschlagen wird. Er arbeitet mit schwer beladenen, texturreichen Leinwänden, bei denen die reine Materialität der Farbe im Vordergrund steht. Während seine frühen Werke noch deutlicher figurative Züge und Druckgrafiken aufwiesen, tendieren seine aktuellen Ölgemälde stärker zur Abstraktion. Internationale Anerkennung fand er unter anderem durch die Aufnahme in die Sammlung des Londoner Design Museums und seine Auswahl als einer von weltweit 200 Visionären durch die Marke Louis Vuitton.